Ein Saal für neue Verträge

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Der Hansasaal in Köln

Das Kernstück des Kölner Rathauses liegt in der ersten Etage: Seinen Namen verdankt der Hansasaal eigentlich Dänemarks König Waldemar IV., der vor der „Kölner Konföderation“ kapitulieren und einem bedeutsamen Friedensvertrag zustimmen musste. Daraus entstand ein Bündnis nichthansischer Städte, das den kölschen Kaufleuten allerlei Vorteile brachte.

Besondere Faszination geht außerdem von den neun Statuen an der Südwand des Saals aus: Alexander der Große, Hektor und Julius Caesar, dazu Judas Maccabeus, David und Josua sowie Gottfried von Bouillon, König Artus und Karl der Große. Sie alle sorgen für eine besonders geschichtsträchtige Aura, die für jeden Besucher unvergessen bleibt.


Ort der Helden, Propheten und Kaufleute

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde er in der alten Herrlichkeit von 1330 wieder rekonstruiert: Der Hansasaal ist 9,58 Meter hoch, 30 Meter lang und 7,60 Meter breit. Das Herz des historischen Kölner Rathauses fasziniert die Besucher sofort mit seinem historischen und künstlerisch besonders wertvollen Interieur: Die Statuen der „Neun guten Helden“ von Alexander der Große bis Kaiser Karl beherrschen die Südwand, während ihnen acht Propheten-Statuen gegenüberstehen, die um das Jahr 1410 geschaffen worden waren. Einst wurde der Hansasaal für Gerichtsverhandlungen und repräsentative Zwecke genutzt – an diesem vornehmen Ort empfing der ehrbare Kölner Rat seine ausländischen Gäste und der Oberbürgermeister verteilte städtische Orden an verdienstvolle Zeitgenossen. Kühl ist es hier und dämmrig unter dem gotischen, spitz zulaufenden Gewölbe aus Holz. Dies sorgt einerseits für das besondere Flair, andererseits für einen historischen Nimbus, der weit zurück bis auf den 19. November des Jahres 1367 zurückzuführen ist.


Ein günstiger Vertrag - die Kölner Konföderation

19. November 1367: Alte Dokumente berichten, dass die Stadt Köln an jenem Freitag von dichtem Novembernebel eingehüllt war. Nichtsdestotrotz fanden sich im langen Saal des Kölner Rathauses einige Honoratioren der Confederatio ein. Sie leiteten die Geschicke einer Städtegruppe, die mit der Hanse eng verbunden war und als Vereinigung von Kaufleuten bis in das 17. Jahrhundert Bestand hatte. Die einflussreichen Herren beschlossen einen Krieg gegen den Dänenkönig Waldemar IV., der zuvor mehrere Hansestädte samt ihrer Handelsprivilegien erobert hatte. Zudem ging es um die wichtige Kontrolle über den Öresund.

So wurde ein fruchtbringendes Bündnis beschlossen. Es nannte sich „Kölner Konföderation“ und siegte drei Jahre später über König Waldemar und seine Truppen. Spritzig fiel wohl die Siegesfeier aus, wahrscheinlich so spritzig, wie heutzutage die exklusive Mineralwassermarke "Köln ist ein Genuss". Jedenfalls unterzeichnete der Dänenkönig letztendlich einen Friedensvertrag, wie er günstiger für den Hanse-Verbund nicht sein konnte.