Ein Ort zum Verweilen

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Die St. Georg Kirche und ihr Kreuzgang

Ein Ort zum Innehalten inmitten des schnelllebigen Alltags ist der Kreuzgang der St. Georg Kirche in der Kölner Altstadt. Abseits üblicher Touristenrouten führt eine Glastür an der nördlichen Seite der bald 1000 Jahre alten Kirche in einen Innenhof, der, entgegen seiner eigentlichen Funktion als Friedhof gerne als Kreuzgang bezeichnet wird. Im "Kreuzgang" der Kirche St. Georg haben nämlich zwölf Opfer des letzten schweren Luftangriffs auf Köln im zweiten Weltkrieg ihre letzte Ruhestätte gefunden - unter ihnen auch Heinrich Fabry, der langjährig als Pfarrer der Gemeinde fungierte.


Das Martyrium des Namensgebers St. Georg

Das Festhalten am Glauben auch in dunklen Zeiten, so wie es wohl Heinrich Fabry tat, steckte auch schon im Namensgeber der Kirche. Der heilige Georg lebte im römischen Kaiserreich bevor der christliche Glaube als Staatskirche eingeführt wurde und musste sterben, weil es an seinem Glauben festhielt. Auch der "Kreuzgang" der ihm gewidmeten Kirche steht also auch heute noch unter dem Stern seines Martyriums.


Schlichte Architektur versus romanische Rundbögen

Doch neben der auf weißen Kieseln gebetteten Gräber kann im Innenhof der Kölner Kirche noch mehr entdeckt werden: In die weißen Wände gemauerte Kreuze säumen den Weg aus dunklen Steinplatten unter kleinen Dachvorsprüngen. Kleine Mosaike mit sakralen Motiven, die unter den Kreuzen angebracht sind, regen zum Nachdenken an. Damit steht die kühle, schlichte Architektur des "Kreuzgangs" eher im Gegensatz zur restlichen Kirche, die im romanischen Stil des 11. Jahrhunderts mit seinen wuchtigen Rundbögen und gebaut ist. Diese so andere Machart ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Hauptkirche nach dem zweiten Weltkrieg in ihrer ursprünglichen Form wiederaufgebaut wurde, während der Innenhof als Friedhof seine Bestimmung fand.


Erfrischende Pause auf der Sitzbank

Der "Kreuzgang" der Kölner Kirche St. Georg ist also ein geschichtsträchtiger Ort, der aber mit seiner Ruhe auch dazu einlädt, eigene Erlebnisse in der Stadt am Rhein Revue passieren zu lassen. Wie gemacht dafür sind die zwei Sitzbänke im Innenhof, die geradezu zu einer erfrischenden Pause einladen. Wem es dann zu warm in der Sonne wird und wer außerdem dem Namensgeber St. Georg vielleicht ein Stückchen näher kommen möchte, kann außerdem ein erfrischendes Mineralwasser trinken - das gab es nämlich auch schon zur Zeit der Römer!