Zeitreise: St. Gereon und der Gereonsdriesch

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Hier lässt sich in die Geschichte Kölns eintauchen

Die romanische Basilika St. Gereon im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord ist einer der ältesten Kirchenbauten Deutschlands. Geweiht ist sie dem Heiligen Gereon, der gleichzeitig Stadtpatron von Köln ist. Wer die Kirche besucht, begibt sich damit gewissermaßen auf eine Zeitreise zu den Wurzeln der Stadt - und kann anschließend ganz wunderbar im nahe gelegenen Gereonsdriech entspannen.


Anfänge in der Spätantike

Die Ursprünge des Kirchenbaus St. Gereon liegen weitgehend im Dunklen. Fest steht nur, dass sich in seinem Kern ein spätantikes Bauwerk aus dem vierten Jahrhundert befindet. Es bildet gewissermaßen den Zentralbau der Kirche, der entweder kurz vor oder direkt im Jahr 345 errichtet worden sein muss. Welchen Zweck dieser Bau allerdings erfüllte, ist bis heute unklar. Ähnlich nebulös verhält es sich mit dem Leben des Namenspatrons der Kirche, dem heiligen Gereon. Der Legende nach soll er als römischer Offizier der Thebäischen Legion angehört haben und unweit der heutigen Stadt Köln stationiert gewesen sein. Weil er selbst Christ war und sich nicht an Christenverfolgungen beteiligen wollte, wurde er zusammen mit einigen seiner Kameraden geköpft - so heißt es jedenfalls. Er wäre demnach als Märtyrer gestorben. Gereon und seine Gefährten sollen in der Krypta von St. Gereon begraben liegen. Eine weitere Legende besagt schließlich, dass die christliche Kaiserin Helena den Bau der Kirche nur initiiert habe, um eine angemessene Ruhestätte für die Männer zu errichten. Ob das alles so stimmt, darf getrost bezweifelt werden. Gereon hat es dennoch geschafft, zum Stadtpatron von Köln zu werden.


Eintauchen in die Geschichte der Stadt und staunen

Wer die Basilika St. Gereon betritt, taucht somit nicht nur tief in die Geschichte Kölns ein, sondern auch in das katholische Erbe der Stadt. Vor allem aber entdeckt man dabei ein mehr als imposantes Bauwerk, das Kunsthistoriker als ein herausragendes Zeugnis der Architektur von Spätantike und Mittelalter feiern. Im Mittelpunkt steht dabei neben dem bereits erwähnten antiken Baukörper vor allem der im frühen 13. Jahrhundert entstandene, spätromanische Zentralbau. In dieser Form gilt er nördlich der Alpen als absolut einzigartig. Und das Rippengewölbe, das den gesamten Komplex nach oben hin abschließt, war zu seiner Zeit die größte Kuppelkonstruktion der Welt. Auch wenn St. Gereon natürlich nicht der Dom ist und auch wenn es daneben noch sieben weitere romanische Kirchen in der Stadt gibt, wird mit diesem Bau dennoch auf beeindruckende Weise deutlich, welche Bedeutung Köln dereinst hatte. Kleiner Hinweis am Rande: Vor der Kirche befindet sich auf einer Grünfläche eine moderne, überdimensionale Skulptur. Sie zeigt des abgeschlagenen Kopf des heiligen Gereon.


Entspannen im Gereonsdriesch

Nach dem Erkunden des Bauwerks wird es Zeit, sich etwas zu entspannen, um das Gesehene verarbeiten zu können. Dazu bietet sich der benachbarte Gedeonsdriesch förmlich an. Der kleine Platz befindet sich nordöstlich des Chors der Kirche und gehörte ursprünglich zu einem heute nicht mehr existierenden Kloster. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde er mit Linden bepflanzt, die ein dreireihiges Carré bilden. Der Gedeonsdriesch eignet sich hervorragend zum Verweilen und Flanieren. Er ist auch der perfekte Ort, um ein erfrischendes "Köln ist ein Genuss" zu trinken. Wie sehr die Stadt tatsächlich zum Genießen einlädt, wird zweifellos an dem Kirchenbau und dem Platz deutlich. Und wer es auch im Freien etwas besinnlicher braucht, dem sei empfohlen, sich die alte Mariensäule im Gereonsdriesch etwas näher anzusehen. Sie ist ein Zeugnis rheinischer Marienverehrung und gehört damit eben auch zur Geschichte Kölns. Alles in allem sind die Basilika St. Gereon und der Gereonsdriesch also ganz wunderbare Ausgangspunkte, um Köln erstmals oder wieder zu entdecken. Dass die Stadt noch unendlich viel mehr zu bieten hatten, wird dabei auch deutlich. Es gilt, was auch für das gleichnamige Mineralwasser gilt: Köln ist eben doch ein Genuss!